WURZBERGER Fritz-Hans  

 

 

 

 

 

 

Mit dem Hund in Alaska

Alaska – Alyeska – weites Land nannten es die Ureinwohner. Seine unendliche Weite,  seine ursprüngliche unverdorbene Wildnis, „The Last Frontier" – die letzte Grenze, das letzte Abenteuer, mit North to Alaska von Jonny Horton besungen, in großartigen Geschichten von Jack London beschrieben, das sind die Bausteine die den Zauber und den Mythos Alaska ausmachen.

Alaska, der 49.und größte Bundesstaat der USA, viermal so groß wie Deutschland, das Land der Grizzlybären, der Elche ,der Wölfe, der Karibus und der Lachse mit seiner grandiosen  Landschaft hat auch uns in seinen Bann gezogen .Ein lang gehegter Wunsch, mit unserem Hund in dieses riesige, geheimnisvolle Land – wo auch heute noch Unternehmungsgeist und Abenteuerlust gefragt sind - zu reisen, sollte in Erfüllung gehen.

Am Anfang stand die Überlegung, kann einem Hund – auch wenn es sich hier um eine sportlich gut trainierte Sibirian Husky Hündin handelt – eine derartige Fernreise zugemutet werden. Wie wird unser Hund die anstrengende Reise um den halben Erdball, eingesperrt in einer Flugbox, überstehen. Unsere Recherchen bei verschiedenen Stellen , bei unserem Tierazt und auch in der Redaktion der Hundezeitung WUFF ergaben , dass keine grundsätzlichen Probleme zu erwarten sind. Frischen Mutes gingen wir an die Reiseplanung. Über Travel Alaska wurden die Flüge Wien Frankfurt mit Lufthansa und Frankfurt – Anchorage / Alaska mit der deutschen Lufthansatochter Condor reserviert. Der Hund mit Flugbox inkl. Maße und Gewicht fix mitgebucht.

Vor Reisebeginn mussten wir die nötigen Einreisepapiere für unseren Hund besorgen. Ein „ health certificat" – Amtsärztliches Attest und ein „certificate of vaccination" – Internationaler Impfpass mit allen Impfungen vom Tierarzt 30 Tage vor Reiseantritt wurden rechtzeitig vorbereitet, was aber keine allzu großen Schwierigkeiten bereitete.

Am Reisetag ging`s rechtzeitig ab zum Flugplatz. 2 Stunden vor Abflug checkten wir ein. Die Frage nach „Bordingtime" für unseren Hund wurde uns am Größgepäckschalter rasch beantwortet – 40 Minuten vor Abflug. Wir hatten also Zeit genug. Der in der Box montierte Wasserbehälter wurde mit Trinkwasser befüllt. Eine Stunde vor Abflug bekam der Hund  ein vom Tierarzt mitgegebenes Beruhigungsmittel. Als unser Hündin in ihrer Flugbox zum Flugzeug gebracht wurde, schlief sie bereits.

Nach dem Anschlussflug und einer Transferzeit in Frankfurt flogen wir in 9,5 Stunden nonstop über den Nordpol nach Anchorage / Alaska.

Nach der Landung in Anchorage wurde die Flugbox mit unserem Hund gebracht. Wir ließen unsere Hündin aus der Flugbox heraus und gaben ihr etwas zu trinken. Erleichtert stellten wir fest, dass der Hund die lange Reise -  war doch fast 15 Stunden in der Hundebox eingesperrt – völlig ohne Probleme überstanden hat. Sie benahm sich  normal,  ließ sich von einem Immmigrationsofficer streicheln und zeigte sich gut aufgelegt. Von der Zollbehörde wurde das health – certificat und der Impfpass kontrolliert. Ein von mir im Impfpass eingeklebtes Foto des Hundes löste große Heiterkeit aus. Mit dem Ruf „Passport for Dog" wurde unser Hund mit seinem Passport bestaunt.

Mit einem Taxi fuhren wir zu unserem Motorhomeverleiher. Durch die Zeitdifferenz von 10 Stunden war es in Anchorage Nachmittag. Gott sei Dank war es sonnig und sehr warm, sodass wir in aller Ruhe den Papierkram über uns ergehen lassen konnten. Geduld war angebracht. Pässe , Führerscheine wurden kopiert, Verträge unterschrieben, das Motorhome ausreichend erklärt, aber was soll`s – 3 Wochen Urlaub standen bevor.

Endlich ging es los.  Wir fuhren den Seward – Highway in Richtung Seward . Nach einigen Stops und Übernachtungen auf diversen Campgrounds ging es über den Sterling – Highway nach Homer . Homer, mit dem Homer Spit , eine 8 Kilometer lange Sandbank in der Bucht der Kachemak Bay ist einfach atemberaubend schön. Schneebedeckte Berge und Gletscher umrahmen das fischreiche Wasser der Kachemak Bay. Lachsangler und Heilbuttfischer finden hier ein Eldorado. Nach einigen Tagen Aufenthalt fuhren wir in Richtung Norden. Im Denali Nationalpark verbrachten wir einige eindrucksvolle Stunden. Karibus, Elche konnte man von der Straße aus sehen. Wir besuchten auch den „Sled Dog Kennel". Alaskan Husky`s dienen im Winter den Parkrangern als Schlittenhunde zur Parküberwachung . Unser Hund durfte hier nicht mitgenommen werden und musste für kurze Zeit im Motorhome verbleiben.

Weiter nach Norden ging es nach Nenana. Ein kleines Städtchen an der Mündung des Nenana Rivers in den Tanana River, wo jedes Frühjahr das in ganz Alaska berühmte „Ice Classic" stattfindet – eine Lotterie bei der es darum geht den exakten Zeitpunkt des Eisaufbruches zu erraten. Heuer war dies der 18. Mai. Nach der Besichtigung von Fairbanks, wo im Winter das spektakuläre Northern Light (Nordlicht) zu sehen ist und im Sommer die Sonne 24 Stunden nicht untergeht fuhren wir über den Richardson Highway und den Taylor Highway ( Schotterstraße ) in das kanadische Yukon Territory nach Dawson City. Hier ist Ende des vorigen Jahrhunderts der Klondike Goldrausch ausgebrochen. Goldgräbernostalgie und grandiose Landschaft erlebten wir hier reichlich. 30.000 Menschen wohnten zurzeit des Goldrausches in Dawson City, heute sind es ein paar Hundert. Die renovierten nostalgischen Bauten konnten besichtigt werden, überall konnten wir unseren Hund mitnehmen, über  Whitehorse und Tok über den Alaska Highway und den Glennallen Highway durch das besonders schöne Matanuska Valley ging es zurück nach Anchorage.

3 Wochen Urlaub mit Wildniswanderungen, Gletscherbesuchen , vielen Besichtigungen mit unserer Lynn gingen viel zu schnell vorbei.

Überall war unser Hund gerne gesehen. Oft wurden wir gefragt, ob wir den Hund in Alaska gekauft hätten. Viele wollten den Husky aus Europa streicheln und waren von der liebenswürdigen Art unserer Hündin recht angetan. Überhaupt möchte ich hier anmerken, dass die Alaskaner unserem Hund immer freundlich, nett mit einem „nice dog" oder „beautiful dog" entgegen kamen.

Der Rückflug verlief unproblematisch gleich dem Hinflug.

Dieser Artikel ist exclusiv  im Hundemagazin WUFF  erschienen ,wurde ein Jahr später auf ungarisch übersetzt und im " Ungarischen Nordi " abgedruckt..

Der hier beschriebene Hund war eine Sibirian Husky Dame  " LYNN ",die am 12.April 2011 über die Regenbogenbrücke ging.

Sie wurde wurde 14 Jahre alt .